Beschäftigst Du dich in deinem Arbeitsalltag viel mit dem Trachealkanülenmanagement oder möchtest Dich in diesem Bereich qualifizieren? Dann haben wir hier einige Infos zusammengestellt, die Dich interessieren könnten.
Curriculum Trachealkanülenmanagement (TKM)
Das Curriculum wurde von der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Dysphagie (DGD) in Zusammenarbeit mit vielen weiteren Fachgesellschaften aus den Bereichen Logopädie, Neurologie, HNO-Heilkunde und Phoniatrie ausgearbeitet und beschlossen.
Hintergrund hinter der Entwicklung des Curriculums ist, dass das Trachealkanülenmanagement (TKM) bisher in der sprachtherapeutisch-logopädischen Ausbildung nicht verpflichtend behandelt wurde. Um die Behandlungsqualität für tracheotomierte PatientInnen in der klinischen und außerklinischen Versorgung gewährleisten und somit einen evidenzbasierten Qualitätsstandard etablieren zu können, wurden die theoretischen und praktischen Anforderungen der Aus- und Weiterbildung im TKM im Curriculum definiert.
Zudem machte die Neufassung der Richtlinie zur außerklinischen Intensivpflege (AKI) die Qualifikation bzw. den Qualifikationsnachweis der LogopädInnen und akademischen SprachtherapeutInnen (LogaS) notwendig. Die Maßnahmen des TKM und des TK-Weanings unterliegen dem Delegationsprinzip, welches die Prüfung und den Nachweis der Qualifikation der Delegationsnehmer durch die Delegierenden erfordert und insbesondere im ambulanten Setting derzeit kaum realisierbar ist. Dadurch entsteht eine unklare und rechtlich schwierige Situation für TherapeutInnen und ÄrztInnen.
Qualifikationsstufen
Das TKM-Curriculum umfasst 2 Qualifikationsstufen, die wir Dir hier kurz vorstellen möchten.
Das TKM-Zertifikat besteht für die AnwenderInnen (LogaS), die die diagnostischen und therapeutischen Verfahren des TKM im klinischen, außerklinischen und/oder ambulanten Setting durchführen.
Das TKM-Ausbildungs-Zertifikat bekommen AusbilderInnen, die zertifizierte TKM- AnwenderInnen sind. Sie sind berechtigt Basisseminare und direkte und indirekte Behandlungssupervisionen durchzuführen und Prüfungen für das TKM-Zertifikat abzunehmen. Dafür müssen sie über umfassende klinische Kenntnisse und Fertigkeiten sowie didaktische Kompetenzen verfügen.
Beide Zertifikate können im Rahmen des TKM-Curriculums erworben werden.
Hier findest Du unsere Fortbildungen zum Thema Trachealkanülenmanagement
Eingangsvoraussetzungen zur Weiterbildung im TKM-Zertifikat
Damit Du zur Weiterbildung im TKM zugelassen wirst, musst Du einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, dass du den Berufsabschluss „Logopädin“ oder „akademische/r Sprachtherapeut“ hast und sowohl mindestens eine 2-jährige spezifische berufspraktische Tätigkeit mit mindestens 20 behandelten DysphagiepatientInnen als auch mindestens 30 h Aus- oder Fortbildung im Bereich Dysphagiemanagement nachweisen kannst.
Entsprechende Formulare findest Du auf der Homepage der DGD https://www.dgd-tk-curriculum.de/de/pages/home#downloads
Ausbildung zum Erwerb des TKM-Zertifikats
Die Ausbildung besteht aus 4 Abschnitten, über die wir dir einen kurzen Überblick geben.
- Basisseminar: Das Basisseminar besteht aus 30 UE. Innerhalb dieser Zeit werden 22 Basisthemen behandelt. Ziel dabei ist die Vermittlung von Grundlagenkenntnissen und praktischen Handlungskompetenzen. Abgeschlossen wird das Seminar mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung.
- Supervisions- und Behandlungsphase: Es erfolgen direkte (20 TE) und indirekte Supervisionen (40 TE).
- Fallberichte: Aus der Supervisionsphase müssen 2 Fallberichte erstellt werden. Diese orientieren sich in Struktur und Inhalt an den CARE-Guidelines (CAse Report Reporting Guidelines).
- Abschlussprüfung: Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen die direkt und indirekt supervidierten Praxiseinheiten absolviert und die Fallberichte beim Prüfungskomitee eingereicht sein.
Übergangsregel
Die Übergangsregelung besagt, dass KollegInnen, die bereits Erfahrungen im TKM haben innerhalb von 1 Jahr nach Veröffentlichung der Publikation am 26.Januar 2024 die Möglichkeit haben, das TKM-Zertifikat oder TKM-Ausbildungs-Zertifikat ohne die curriculare Weiterbildung zu erwerben. Die Frist endet somit zum 25. Januar 2025.
Die hierfür zu erbringenden Nachweise Deiner Berufserfahrung findest Du bei den Vorlagen https://www.dgd-tk-curriculum.de/de/pages/home#downloads
Regelfall
Im Regelfall erwerben KollegInnen das TKM-Zertifikat oder TKM-Ausbildungs-Zertifikat im Rahmen der curricularen Weiterbildung.
- Buchung des Basisseminars: Auf der Homepage des DGD findest du diverse Fortbildungsanbieter an unterschiedlichen Standorten, die das von der DGD akkreditierte Basisseminar anbieten (https://www.dgd-tk-curriculum.de/de/pages/home#basiskurse).
- Gebühren: Die Gebühren setzen sich aus der Verwaltungsgebühr der DGD und der Aufwandsentschädigung bzw. Prüfgebühr an Prüfende und Beisitzende zusammen.
Eine genauere Übersicht findest Du ebenfalls auf der Homepage (https://www.dgd-tk-curriculum.de/de/pages/home#kosten)
Fazit
Wir hoffen, wir konnten Dir einen Überblick über die Neuerungen geben.
Somit steigen zwar der Zeit- und Kostenfaktor, den man investieren muss, allerdings wird dadurch die PatientInnenversorgung gewährleistet und es folgt eine Verbesserung der funktionellen Selbstständigkeit und Teilhabe.
Hier findest Du unsere Fortbildungen zum Thema Trachealkanülenmanagement


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